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Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft


Wenn der Hanns zur Schule ging,

stets sein Blick am Himmel hing.

Nach den Dächern, Wolken, Schwalben

schaut er aufwärts allenthalben.

Vor die eignen Füße dicht,

ja, da sah der Bursche nicht,

also daß ein jeder ruft:

»Seht den Hanns Guck-in-die-Luft!«

Kam ein Hund dahergerannt;

Hännslein blickte unverwandt

in die Luft.

Niemand ruft:

»Hanns! Gib acht, der Hund ist nah!«

Was geschah?

Bauz! Perdauz! — da liegen zwei,

Hund und Hännschen nebenbei.

 

Einst ging er an Ufers Rand

mit der Mappe in der Hand.

Nach dem blauen Himmel hoch

sah er, wo die Schwalbe flog,

also daß er kerzengrad

immer mehr zum Flusse trat.

Und die Fischlein in der Reih

sind erstaunt sehr, alle drei.

Noch ein Schritt! Und plumps! der Hanns

stürzt hinab kopfüber ganz! —

Die drei Fischlein, sehr erschreckt,

haben sich sogleich versteckt.

 

Doch zum Glück da kommen zwei

Männer aus der Näh herbei,

und die haben ihn mit Stangen

aus dem Wasser aufgefangen.

Seht! Nun steht er triefend naß!

Ei, das ist ein schlechter Spaß!

Wasser läft dem armen Wicht

aus den Haaren ins Gesicht,

aus den Kleidern, von den Armen,

und es friert ihn zum Erbarmen.

Doch die Fischlein alle drei,

schwimmen hurtig gleich herbei;

streckens Köpflein aus der Flut,

lachen, daß man’s hören tut,

lachen fort noch lange Zeit.

Und die Mappe schwimmt schon weit.

 



(* 13.06.1809, † 20.09.1894)




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