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Liebesjubel


nach Wilhelm Müller

 

Ich ritzt′ es gern in alle Rüben ein,

ich stampft′ es gern in jeden Pflasterstein,

ich biss′ es gern in jeden Apfel rot,

ich strich′ es gern auf jedes Butterbrot,

auf Wand, Tisch, Boden, Fenster möcht′ ich′s schreiben:

Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben!

 

Ich schör′ es gern in jede Taxusheck,

graviert′ es gern in jedes Eßbesteck,

ich sät′ es gern als lecker grüne Saat

ins Gartenbeet mit Kohlkopf und Salat,

in alle Marzipane möcht′ ich′s drücken

und spicken gern in alle Hasenrücken

und zuckerzäh auf alle Torten treiben:

Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben!

 

Ich möcht′ mir ziehn ein junges Känguruh,

bis daß es spräch′ die Worte immerzu;

zehn junge Kälbchen sollen froh sie brüllen;

hell wiehern hundert buntgescheckte Füllen;

trompeten eine Elefantenherde -

ja, was nur kreucht und fleucht auf dieser Erde,

das soll sie schmettern, pfeifen, quaken, bellen,

bis daß es dröhnt in allen Trommelfellen

mit einem Lärm, der gar nicht zu beschreiben

Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben!!!



(* 04.12.1866, † 29.03.1928)




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