Der Atem stockt; denn schwer und trunken schmiegt
sich heut der Tag der Erde an
und eines dummen Vogels Lied fliegt,
fliegt, ein Ding das noch nicht fliegen kann
und immer wieder gleich zur Erde fällt,
ängstlich durch die wüstenwarme Welt
und regt mich auf! Wie sich der Tag
mit unerträglich weicher Schwere
drängt in dieses jungen Vogels Lied!
Und himmelan mit Hast und Flügelschlag
flattert in die kühle braune Leere!
Und ihn ewige Ermattung mit
tausend Armen immer wieder niederzieht!
Doch auf den Bergen lauert schon der Föhn
und wird noch über Nacht aus seinen Höhn
und Wolkenhallen
brausend in die Ebne fallen!
Das Gedicht "Der Föhn" stammt von Gustav Sack (1885 - 1916).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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