Diesmal sollst du noch entrinnen,

heil aus meinen Händen schlüpfen,

morgen werd ich dich einspinnen,

dich an meine Feder knüpfen,

 

nackt auf meine Feder spießen

werde ich dein kleines Herz,

Licht soll von ihm niederfließen

strömend ewig tiefenwärts,

 

schüren wirst du ihre Glut,

daß du meine Fackel wirst,

bis in unsrer Feuerflut

Feder sowie Herz zerbirst.


Das Gedicht "Das Opfer" stammt von   (1885 - 1916).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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