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Der Wohllaut


Wo strömet ihr, in dunkle Nacht begraben,

Des heil′gen Wohllauts unversiegte Quellen?

Im dichten Hain forsch′ ich nach euren Fällen;

Ihr rauschet klangreich durch mein altes Schwaben!

 

Wie glücklich ist, wem eure süßen Gaben

Aus reicher Ader selbst entgegenschwellen,

Wem seine Lippen in den blauen Wellen

Der lautern Flut sich keusch gebadet haben.

 

Ihm tönt sein Sang zurück aus tausend Kehlen.

Und, wie in eines klaren Wassers Grunde,

Bespiegeln sich in seinem Lied die Seelen.

 

Ja, glücklich ist das fremde Lied zu preisen,

Das je, verschönt, entwandelt seinem Munde,

In goldnen Klang verkehrt er dumpfe Weisen.



(* 19.06.1792, † 04.11.1850)




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