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Mittags unterm Baume liegend


Kastanie du –

Gnädig entzückt,

Tragend flimmernde Hitze und Sonne,

Fächelst du lächelnd

Breitschweifende Zweige,

Grünblättergehände mir zu;

Festlich die traubigen Kerzen,

Weißstrahlenden Lichtes

Ins Grüne und Blaue gesteckt.

 

Wieder, wie lange schon nicht,

Daß mein Haar sich in Blumen verfing,

Die Schultern sich drückten ins Gras,

Spielst du mir Lichter

Über geschlossene Lider,

Darunter die Augen

Ertrunken und traumtief erstaunen.

Flatternde Schatten

Fallen mit über die glühende Stirn

Kühlend und streichelnd und gut.

 

Kichernd kitzeln Halme im Nacken –

Durch den brennenden Schlummer

Haucht mir ins Ohr nur

Ein Klang vom gemächlichen Wind.

Und ein herschwankender Wagen,

Mahlend im quirlenden Staub,

Bringt mit dem Dufte

Von schweißglänzenden Pferden und süßlichem Heu

All den Ruch und die Sonne

Des Sommers.



(* 21.10.1890, † 13.10.1918)




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