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Die Fabrik


Düster, breit, kahl und eckig

Liegt im armen Vorort die Fabrik.

Zuckend schwillt, schrill und brutal

Aus den Toren Maschinen-Musik.

 

Schlot und Rohr und Schlot und Schlot,

Heißdurchkochtes Turmgestein,

Speien dickes Qualmgewölk

Ueber traurigstarre Häuser, Straßenkot.

 

Tausend Mann, Schicht um Schicht,

Saugt die laute Arbeits-Hölle auf.

Zwingt sie all in harte Pflicht

Stunde um Stunde.

 

Bis der Pfiff heiser gellt:

Aus offnem Tore strömen dann

Mädchen, Frauen, Mann und Mann –

Blasses Volk – müde – verquält –

 

Schläft der Ort –: glüh und grell

Schreit aus hundert Fenstern Licht!

Kraftgesumm, Rädersausen, Qualm durchbricht

Roh und dumpf die Nacht –

 

Tag und Nacht: Lärm und Dampf,

Immer Arbeit, immer Kampf:

Unerbittlich schröpft das Moloch-Haus

Stahl und Mensch um Menschen aus.



(* 21.10.1890, † 13.10.1918)




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