Septemberabend; traurig tönen die dunklen Rufe der Hirten

Durch das dämmernde Dorf; Feuer sprüht in der Schmiede.

Gewaltig bäumt sich ein schwarzes Pferd; die

hyazinthenen Locken der Magd

Haschen nach der Inbrunst seiner purpurnen Nüstern.

Leise erstarrt am Saum des Waldes der Schrei der Hirschkuh

Und die gelben Blumen des Herbstes

Neigen sich sprachlos über das blaue Antlitz des Teichs.

In roter Flamme verbrannte ein Baum; aufflattern mit

dunklen Gesichtern die Fledermäuse.


Das Gedicht "Landschaft" stammt von (* 1887-02-03, † 1914-11-03).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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