Mit toten Heldengestalten

Erfüllst du Mond

Die schweigenden Wälder,

Sichelmond --

Mit der sanften Umarmung

Der Liebenden,

Den Schatten berühmter Zeiten

Die modernden Felsen rings;

so bläulich erstrahlt es

Gegen die Stadt hin,

Wo kalt und böse

Ein verwesend Geschlecht wohnt,

Der weißen Enkel

Dunkle Zukunft bereitet.

Ihr mondverschlungnen Schatten

Aufseufzend im leeren Kristall

Des Bergsees.


Das Gedicht "Der Abend " stammt von (* 1887-02-03, † 1914-11-03).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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