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Schlusslied


Heller ward es im Osten.

Da machte sich auf der Morgenwind,

Vom Schlummer zu wecken

Des Frühlings lieblichste Kinder:

Maililien und wilde

Zartrosa Rosen.

Sacht durchzog er das junge

Gras und das grüne

Sprossende Korn, dass die Ähren

Leis zu nicken begannen und weithin

Wogten hinab

Zu der Felder Umzäunung.

Munter fuhr er einher

An der Seite des Hügels,

Jagte den Duft empor

Von den Apfelblüten und tanzte

Über die Gärten hinweg

In den Forst dann,

Spielend hier mit der weißlichen

Birke Gezweig, mit dem Wipfel

Der Tanne dort und des Buchbaums

Prächtiger Krone;

Säuseln und Rauschen begann

Im Tal, auf den Höhen.

Demanten glänzte der Tau

Im wachsenden Licht;

Aus Blättern und Kelchen

Rollt er, und Leben entsteht

Und Bewegung jetzt, überall, überall!

 

Träumrisch erhebt ihr Köpfchen

Die Taube; es springt

Von Ast zu Ast die schwarzweiße

Elster; die Falken erwachen

Im Dickicht, und horchend

Reckt der Hirsch sich empor

An dem sprudelnden Waldbach.

 

Vorbei die Stille der Nacht!

Es erwachen

Die Lieder in jeder Brust,

So Natur zum Gesange gestimmt hat.

Ein Ruf jetzt - ein Schrei des Entzückens!

Und hell zu der Wälder Gerausch

Erschallt in melodischem Chor

Das Festlied aller Lebend′gen!

 

Triumph! dass du kamst,

O strahlende Sonne; ein neuer

Tag geht auf den Völkern der Erde.

Mag alles froh dich begrüßen,

Mag alles liebend dir nachschaun,

Wenn wundervoll

Nach vollbrachtem Lauf

Du leuchtend wieder hinabsinkst.



(* 17.02.1822, † 31.07.1856)




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