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Auf hohem Berge


Ich stand auf hohem Berge

Und blickte ins Tal hinab:

Dort wohnen die kleinen Menschen,

Die lange geliebet ich hab!

 

Dort ragt die graue Kirche,

Die ist schon alt genug;

Dort schrieb mich einst der Küster

Ins große Kirchenbuch.

 

Und drüben steht die Kapelle,

Dort sang ich den ersten Choral;

Der Kantor spielte die Geige

Und schlug mich mannigmal.

 

Doch wo die Linden rauschen,

Da glänzt ein schneeweißes Haus;

Dort schauen die Monatsrosen

Hoch oben zum Fenster hinaus. -

 

O blühet fort, ihr Rosen,

Ohn Not und Ungemach,

Bis daß ich euch wiederschaue

Wohl über Jahr und Tag;

 

Bis daß ich wieder wandle

Die heimlichen Gassen hin,

Bis daß ich wieder küsse

Meine lustige Nachbarin.



(* 17.02.1822, † 31.07.1856)




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