Ein Fischer, der mit seinen Netzen

Brod und Zufriedenheit gewann,

That einen schweren Zug. Voll Mitleid und Entsetzen

Traf er im Sack des Garns jetzt einen Todten an.

Der soll, sprach er, von mir den letzten Dienst erhalten.

Vielleicht, daß in der Todesnacht

Dieß seinen Schatten ruhig macht.

Wie der um′s Leben kam, so kann ich selbst erkalten.

Aus Sorgfalt trägt er ihn an einen sichern Platz,

Den nicht die hohe Flut erreichte.

Da grub er tief, und schwitzt′, und keichte,

Und fand, im Schaufeln, einen Schatz.

 

Der Schickung Hand ist stets bereit

Der Tugend Werke zu vergelten.

Sie sorgt, mit gleicher Wachsamkeit,

Für jeden Menschen, wie für Welten.


Das Gedicht "Der Fischer und der Schatz" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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