Ihr Götter, rettet! Menschen, flieht!

Ein schwangrer Berg beginnt zu kreisen,

Und wird jetzt, eh′ man sich′s versieht,

Mit Sand und Schollen um sich schmeißen.

Er brüllt, er kracht, und Thal und Feld

Sind durch gerechte Furcht entstellt.

Was kann dem nahen Unfall wehren?

Es wird ein Wunderwerk geschehn:

Er muß mit Städten trächtig stehn,

Und bald ein neues Rom gebären.

 

Suffenus schwitzt und lärmt und schäumt,

Nichts kann den hohen Eifer zähmen;

Er stampft, er knirscht; warum? er reimt,

Und will jetzt den Homer beschämen.

So setzt sich Pythons Priesterin

Halb rasend auf den Dreifuß hin,

Und spürt in Hirn und Busen Wehen.

Was ist der stolzen Feder Frucht?

Was wirkt des Dichters Wirbelsucht?

Zum mindsten, glaub′ ich, Odysseen!

 

Allein, gebt Acht, was kömmt heraus?

Hier ein Sonnet, dort eine Maus.


Das Gedicht "Der Berg und der Poet" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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