Der stolze Gothilas, ein neugedruckter Dichter,

Ein Geist von starker Zeugungskraft,

Fand, seiner Einsicht nach, den Glauben fehlerhaft,

Und ward des Christenthums unbärt′ger Winkelrichter.

Er quälte sein Gehirn, die Werkstatt früher List,

Dir, o Spinoza, nachzuäffen:

Als ein unsterblicher Deist,

Der kleinen Ketzer Schwarm dereinst zu übertreffen!

Dies Klügeln ward sein liebster Zeitvertreib;

Doch, da er lange g′nug dem Himmel Hohn gesprochen,

Erzürnt der Himmel sich, und spricht im Zorne: Schreib!

Er schreibt: man pfeift ihn aus: der Himmel wird gerochen.


Das Gedicht "Auf den Gothilas" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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