Gott der Träume! Freund der Nacht!
Stifter sanfter Freuden!
Der den Schäfer glücklich macht,
Wann ihn Fürsten neiden!
Holder Morpheus! säume nicht,
Wann die Ruhe mir gebricht,
Aug′ und Herz zu weiden.
Wann ein Eh′mann, voll Verdacht,
Seine Gattin quälet,
Und aus Eifersucht bei Nacht
Ihre Seufzer zählet,
Mach′ im Schlaf sein Unglück wahr;
Zeig′ ihm träumend die Gefahr,
Die ihm wachend fehlet!
Nimm auch jetzt was dir gehört;
Nur erlaub′ ein Flehen:
Warte bis mein Glas geleert!
Wohl! es ist geschehen!
Komm nunmehr! O komme bald!
Eil′ und laß mich die Gestalt
Meiner Phyllis sehen!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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