Der, unverführt von Freuden und von Sorgen,
Nie herzlich weinet oder lacht;
Der, jede Nacht und jeden Morgen,
Ohn′ alle Träume schläft; nur, wann er soll, erwacht;
Der, gleich entfernt von Witz und Unverstande,
Sich nicht versteigt, auch nicht versteigen kann:
Trifft man in dem den größten Geist nicht an;
So ist er doch vielleicht der Glücklichste im Lande.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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