Apollo stand betäubt durch Söhne seiner Kunst,

Denn jeder singt ihm Dank, oft für weit größre Gunst,

Als ihm der Gott gewährt, und nach verrauschten Chören

Bat Alcon insgeheim Apoll um neue Lehren.

Er kam, vergnügt, zurück. Gleich denkt die ganze Schaar:

Was wird denn eben dem, vor andern, offenbar?

Und einer rief ihm zu: Nun bist du, frei von Fehde,

Voll Gottheit, voll Olymp. Umstirnt mit Wahrheit, rede

Aetherisch! Genius! Uranisch ist dein Ruhm!

Sprich! Was entwölkte dir Apollens Heiligthum?

Er sprach: Ihr Dichter, hört! Mir hat der Gott befohlen,

In meinem Ausdruck mich nicht stets zu wiederholen.


Das Gedicht "Alcon" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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