Abdallah, Hassans Sohn, der vor dem Großvizier,
Wie vor dem Mahomet, sich bis zur Erde krümmte,
Fleht um ein reiches Amt, das der dem Seraskier,
Dem Pascha Bajazet, freundvetterlich bestimmte.
Ihn hört der Großvizier, und sagt geschwinde: Nein.
Er dankt. Wie? Dein Gesuch wird gänzlich abgeschlagen!
Abdallah kniet, und spricht: Die Huld ist ungemein,
Daß ich nicht harren darf, da sie mir′s gleich versagen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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