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Dem unbekannten Gotte


Noch einmal, eh ich weiterziehe

und meine Blicke vorwärts sende,

heb ich vereinsamt meine Hände

zu dir empor, zu dem ich fliehe,

dem ich in tiefster Herzenstiefe

Altäre feierlich geweiht,

daß allezeit

mich deine Stimme wieder riefe.

 

Darauf erglüht tief eingeschrieben

das Wort: Dem unbekannten Gotte.

Sein bin ich, ob ich in der Frevler Rotte

auch bis zur Stunde bin geblieben:

Sein bin ich - und fühl die Schlingen,

die mich im Kampf darniederziehn

und, mag ich fliehn,

mich doch zu seinem Dienste zwingen.

 

Ich will dich kennen, Unbekannter,

du tief in meine Seele Greifender,

mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender,

du Unfaßbarer, mir Verwandter!

Ich will dich kennen, selbst dir dienen.



(* 15.10.1844, † 25.08.1900)




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