Wenn die Strahlen vor der Dämrung nun entfliehn und der Abendstern

Die sanfteren, entwölkten, die erfrischenden Schimmer nun

Nieder zu dem Haine der Barden senkt,

Und melodisch in dem Hain die Quell′ ihm ertönt;

 

So entsenket die Erscheinung des Thuiskon, wie Silber stäubt

Von fallendem Gewässer, sich dem Himmel, und komt zu euch,

Dichter, und zur Quelle. Die Eiche weht

Ihm Gelispel. So erklang der Schwan Venusin,

 

Da verwandelt er dahin flog. Und Thuiskon vernimts, und schwebt

In wehendem Geräusche des begrüssenden Hains, und horcht;

Aber nun empfangen, mit lauterm Gruss,

Mit der Sait′ ihn und Gesang, die Enkel um ihn.

 

Melodieen, wie der Telyn in Walhalla, ertönen ihm

Des wechselnden, des kühneren, deutscheren Odenflugs,

Welcher, wie der Adler zur Wolk′ itzt steigt,

Dann herunter zu der Eiche Wipfel sich senkt.


Das Gedicht "Thuiskon" stammt von   (1724 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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