O Freude über Freude! O freuet euch all′!
Geboren ist euch heute der Heiland im Stall,
Gar arm ist geboren, der reich uns gemacht,
Und hat die Kripp′ erkoren, Ochs, Es′lein zur Wacht.
Doch blühn seine Wangen wie Röslein so licht,
In eigenem prangen erstrahlt das Gesicht;
Ob Thränen befeuchten die Augelein blau,
Sie lugen und leuchten wie Blumen im Tau.
Maria daneben in Andacht entzückt,
Demütig ergeben und himmlisch beglückt;
Die Engel zur Seite, wie fröhlich sie sind,
Ja, selbst auf der Heide verstummet der Wind.
Der Erde nun Frieden, nun Trost allem Leid,
Dem Dorn ist beschieden die Rose zur Zeit.
O Freude über Freude! O freuet euch all′!
Geboren ist euch heute der Heiland im Stall.
Das Gedicht "Weihnachtslied" stammt von Franz Alfred Muth (* 1839-06-13, † 1890-11-03).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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