Rot steht der Wald, der Wind nur schwebt
Im Grün der Tannen und der Fichten,
Herbstregen Nebelmärchen webt,
Gar wunderseltsame Geschichten.
Nicht von der Nachtigallen Land,
Von Mondlicht nicht und Elfenreigen,
Von Gnomen, die hierher gebannt,
Schatzgräbern in dem nächt`gen Schweigen.
Das Schlänglein, das am Boden zischt,
Der Rabe, kreischend in den Lüften,
Die Blume, nie vom Than erfrischt,
Wer zaubert sie aus diesen Schlüften?
Rot steht der Wald, der Wind nur schwebt
Im Grün der Tannen und der Fichten,
Herbstregen Nebelmärchen webt,
Gar wunderseltsame Geschichten.
Das Gedicht "Herbstmärchen" stammt von Franz Alfred Muth (* 1839-06-13, † 1890-11-03).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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