Gemünd und Aalen sind streitentbrannt —
O weh, ach, o weh!
Da starrt von Waffen das halbe Land
Und fließt von Glut ein See.
Wenn nicht so listig von Aalen der Schlag —
Gemünd, o weh!
Sie sinnen, spinnen Tag um Tag,
Wie′s wohl am dessen geh′.
Und wie sie gesonnen mehr als klug —
O weh, ach, o weh!
Der Klügste schien erst klug genug,
Daß als Spion er geh′.
Der Kluge kam denn nach Gemünd:
Gemünd, o weh;
"Ich bin der Spion, ′s ist wohl keine Sünd′,
Daß ich hier spähend geh′!"
Da lachte Gemünd: ""Geh nur nach Haus!""
Juchhe, ja juchhe!
Der Zorn ist hin, der Krieg ist aus,
Komm jeder nur und seh′!
Das Gedicht "Der Spion von Aalen" stammt von Franz Alfred Muth (* 1839-06-13, † 1890-11-03).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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