Schwarz ist die Nacht, weiß schäumt das Meer,

Wie Berge wälzen sich Wogen,

Es zucken die Blitze hin und her

In flimmernd schimmernden Bogen.

 

„Zieht ein die Segel!" Die Segel zerreißt

Der Sturm mit wilden Händen.

"Kappt rasch den Mast!" Der Mast zerspleißt,

Verderben an allen Enden!

 

Und wieder zucken die Blitze blau

In flimmernd schimmernden Bogen,

Und über die wilde Wasserau

Kommt rasch ein Schiff gezogen.

 

Die Segel schwarz und schwarz der Mast,

Und schwarz die Schiffsgesellen,

Daß Grauen jedes Herz erfaßt,

Und wilder toben die Wellen.

 

"Der fliegende Holländer!" schallt es;

"weh! Nun sind wir all′ verloren,

Uns schlingt hinab die stürmende See,

Dem Tode sind wir erkoren!"

 

Und näher, näher geisterhaft

Kommt her das Schiff geschwommen,

Nicht treibt′s der Wind, der Wellen Kraft —

Ganz nah′ schon ist′s gekommen.

 

Gesang erschallt, Gelächter hallt —

Dann ist es rasch geschwunden!

Das and′re Schiff doch hat gar bald

Den Untergang gefunden.


Das Gedicht "Der fliegende Holländer" stammt von (* 1839-06-13, † 1890-11-03).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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