In Rosenpracht.

Ist über Nacht

Der Apfelbaum erglommen;

Wie Morgenglut

Ist wohlgemut

Auch ihm sein Mai gekommen.

 

Wie lag sein Saft

In langer Hast,

Als wär` der Baum erstorben;

Ein Blütenstrauß,

Hold überaus,

Hat er sein Recht erworben.

 

Oft liegt die Kraft

In langer Hast,

Glaubst nicht an Lenz und Lieder;

Mit einem Mal

Ein Sonnenstrahl,

Und rosig blüh`st du wieder!

 

Und wie du blüh`st

Und sinnig glühst,

Hat dir geträumt dein Winter?

Dann wie der Baum

Nach Leid und Traum

Dank` Gott dem Herrn nicht minder!


Das Gedicht "Der Apfelbaum" stammt von (* 1839-06-13, † 1890-11-03).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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