Nach oben

Am See


1.

 

Im tiefen Walde einsam ruht

Der See mit dämmerblauem Schein,

Es zittert in die dunkle Flut

Des Sommers heißer Mittagsschein.

 

Ein Wasserröslein still erblüht

Im See so einsam, duftigrot,

Ein Schwan so einsam ihn durchzieht

Und singt sein Lied vor seinem Tod.

 

2.

 

Es blaut und glitzert im Grund der See,

Zwei Schwäne darüber zogen;

Sie sangen ein Lied so süß und weh,

Es rauschten so leise die Wogen.

 

Ich stand am See und lauschte hinaus,

Als müsse ich ewig lauschen,

Als ob meiner Jugend toller Braus

Noch einmal vorbei muss′ rauschen.



(* 13.06.1839, † 03.11.1890)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!