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Drahtklänge


Ihr dunklen Drähte, hingezogen

So weit mein Aug′ zur Ferne schweift,

Wie tönt ihr, wenn der Lüfte Wogen

In euch so wie in Saiten greift!

 

O welch′ ein seltsam leises Klingen,

Durchzuckt von schrillem Klagelaut,

Als hallte nach, was eu′ren Schwingen

Zu raschem Flug ward anvertraut.

 

Als zitterten in euch die Schmerzen,

Als zitterte in euch die Lust,

Die ihr aus Millionen Herzen,

Verkündend, tragt von Brust zu Brust.

 

Und so, ihr wundersamen Saiten,

Wenn euch des Windes Hauch befällt,

Ertönt ihr in die stillen Weiten

Als Aeolsharfe dieser Welt!



(* 30.09.1833, † 24.07.1906)




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