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Am Kongo


Sultanen, zaudert nicht! es gilt ein Fest zu feiern!

Berauscht mit Palmwein euch aus halben Straußeneiern!

Schmückt euch, wie jenen Tag, an dem des Harems Thor

Sich vor euch öffnete! entfaltet eure besten

Gewande! kleidet euch, wie sonst bei hohen Festen!

Ein großes Glück steht euch bevor.

 

Die Menge draußen jauchzt, und die Batuken schallen.

Vom vollen Nacken laßt den falt′gen Scharlach wallen!

Hängt die Korallen um, aus denen Feuer sprüht!

Die rothe Erde nehmt, die Wangen zu bestreichen!

Laßt euer Angesicht dem Morgenhimmel gleichen,

Wenn er in dunkler Röthe glüht!

 

Singt euer froh′stes Lied! Tanzt durch die Palastthüren

In das Gewühl hinaus! zum Strome laßt euch führen,

Wo um den König sich gelagert hat das Heer.

Er ist zurückgekehrt aus seinen Wüstenschlachten,

Ihr seufztet oft nach ihm; gestillt wird euer Schmachten!

Fortan verläßt er euch nicht mehr!

 

Ihr seid beneidenswerth! zu allen Tageszeiten

Wird er jetzt bei euch sein; er braucht nicht mehr zu streiten;

Das ganze Land ist sein, bis wo der Kongo quillt.

Nichts liegt ihm fürder ob, als unter euch zu weilen;

Für immer wird er jetzt mit euch das Lager theilen -

Dort liegt er auf dem Kupferschild!

 

Fahrt nicht zurück! er ist′s, der Wildeste der Dschaggas!

Wohl gleicht sein Mantel jetzt dem streif′gen Fell des Quagga′s;

Blutstreifen zieren ihn! wohl ist sein Auge starr!

Wohl ist sein Arm gelähmt, der uns den Sieg erfochten!

Wohl stehn die Pulse still, die einst so feurig pochten

Bei Tamtamklang und Hufgescharr!

 

Er hat den Sieg erkauft mit seinem eignen Blute;

Kein Geriot, kein Grisgi und keine Zauberruthe

Erweckt ihn; durch dies Grab will er von hinnen ziehn

In das glücksel′ge Land, wo die Gestorbnen wohnen;

Wo statt des Thaues Blut auf Gras und Blumenkronen

Glänzt; - Heil euch, ihr begleitet ihn!

 

Wohl zög′ er zürnend noch empor die finstern Brauen,

Fänd′ er im Grabe nicht die dreimal fünfzig Frauen,

Die lebend er umarmt! - wir senden euch ihm nach!

Seht, wie sein Auge zuckt! mit grünen Palmenzweigen

Bedeckt den Harrenden! tanzt, und im wirrsten Reigen

Empfangt Schwertstreich und Keulenschlag!



(* 17.06.1810, † 18.05.1876)




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