Ertrage du′s, laß schneiden dir den Schmerz

scharf durchs Gehirn und wühlen hart durchs Herz -

das ist der Pflug, nach dem der Sämann sät,

daß aus der Erde Wunden Korn entsteht.

 

Korn, das der armen Seele Hunger stillt -

mit Korn, o Vater, segne mein Gefild:

Reiß deinen Pflug erbarmungslos den Pfad,

doch wirf auch ein in seine Furchen Saat!


Das Gedicht "Gebet" stammt von   (1856 - 1923).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte