Nach oben

Umsonst


Im sausenden Wettersturm,

Barhäuptig,

Bin ich hinangeklettert

An nebeltriefenden,

Feuchten Felsen,

Hinein in schauerliche Klüfte,

In des Hochgebirges

Grauenhafteste Einsamkeit

Hab′ ich meiner Seele

Schäumenden Zorn,

Alle verbissenen,

Langverheuchelten Qualen gerufen;

Angeklammert an zackige Felsenbrüche,

Überhängend halb

Über den Abgrund,

Hab′ ich todeslüstern

Hinunter gestarrt -

Und doch nicht Mut gefunden,

Loszulassen.

In starrendes Zwerggestrüpp

Schlug ich die fiebernde Stirn

Und vergrub meine Zähne

In knorrigem Wurzelwerk.

Aber weder der Schmerz, noch der Zorn,

Weder die Scham, noch die Reue

Tilgte meiner Gedanken

Krankhaft verzerrte,

Faulige Brut.



(* 29.05.1870, † 26.10.1928)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

  • Noch kein Kommetar vorhanden!