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Sturmflut


Gleichwie des Meeres Wogen dann und wann,

Den Damm zerreißend, mächtig überfluten,

Erscheinen jedem Menschen auch Minuten

Wo er sein Elend nicht verschweigen kann.

 

Sich selber überstürzend, naht es dann,

Aufwachen Qualen, die nur scheintot ruhten,

Vernarbte Wunden fangen an zu bluten,

Und es zerbricht des Schweigens starrer Bann.

 

Und wie das Meer, gepeitscht, der Stürme Spiel,

Aufrast und tobt und um Erlösung schreit,

So gellt der Mensch sein namenloses Leid

Hinaus zur Welt, wenn nur der Bann erst fiel.

 

Und rast und tobt und eher schweigt er nicht,

Als bis er todesmatt zusammenbricht.



(* 29.05.1870, † 26.10.1928)




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