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Sturm


Wo sich auf bleichgeglühten Kalksteinfelsen

Der Rosenhain erhebt, dort ruhtest du...

Die Luft ist schwül, dem fernen Horizont

Entsteigt ein nachtgefärbtes Sturmgewölk,

Das noch ein letztes, blasses Roth umsäumt.

In schwärzlich-grünen, weiten Wellen schlägt

Schwerathmend schon empor zum Strandgeklipp

Das wilde Meer und jauchzt dem Sturm entgegen,

Der es durchschüttert bis zum letzten Grund.

Zu Neste flüchtet scheu das Seegevögel,

Und heimwärts flieht mit hochgebauschtem Segel

Der Fischerbarken angstgepeitschte Schaar...

Du aber ruhst in marmornem Gestühl

Und saugst in gierig langen Athemzügen

Der goldig-blassen Rosen schweren Hauch,

Und lässt den Sturm in liebesheißem Spiel

Von Brust und Schultern Dir den Schleier lösen

Und starrst hinaus auf gischtgekrönte Wasser

Und träumst vom Sturm, der Deine Seele liebt

Und sie durchschüttert bis zum letzten Grund.



(* 29.05.1870, † 26.10.1928)




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