Ist′s wahr, was man an allen Orten

Sich schon erzählt, mit scheuen Worten?

»Frau Dahn hat einst zur Vollmondnacht

Ein heidnisch Zauberwerk vollbracht:

Ein Goldflechtwerk, reich ausgeschlagen

Mit gelber Seide und getragen

Von hohem Henkel, der die Last

Der Seidenfalten kaum umfaßt.

Die bauschen sich in weiten Bogen

Von rothen Schnüren zugezogen:

Ein Wunderkörbchen muß es sein:

Es trägt ihr täglich Gutes ein.

So oft sie′s aufthut, liegt darin,

Was immer ihr erfreut den Sinn:

Bald ist es Gold, bald Liedeswort, -

Genug, es wundert immerfort.« -

Ich bin Dir gut schon manches Jahr,

Du wetterfestes Ehepar,

Drum wünsch′ ich Frau Theresen auch

Des Wunderkörbchens stäten Brauch.


Der Text des Gedichts "Zum ersten April anonym an Felix" stammt von (* 1834-02-09, † 1912-01-03).




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