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Beata Beatrix


Dämmerläuten schüttet in den veilchenblauen Abend

weiße Blütenflocken. Kleine Flocken

blank wie Muschelperlen rieseln· tanzen·

schwärmen weich wie dünne blasse Daunen·

wirbelnd· wölkend. Schwere Blütenbäume

streuen goldne Garben. Wilde Gärten

tragen mich in blaue Wundernächte·

große wilde Gärten. Tiefe Beete

schwanken brennend auf· wie Traumgewässer

still und spiegelnd. Silberkähne heben

mich von braunen Uferwiesen

in das Leuchten. Über Scharlachfluten

dunklen Mohns· der rot in Flammensäulen

züngelt· treibt der Nachen. Bleiche Lilien

tropfen schillernd drüberhin wie Wellen.

Düfte aus kristallnen Nächten tauchend·

schlingen wirr und hängen sich ins Haar·

und sie locken . . leise· leise . .

und die grünen klaren Tiefen flimmern . .

Purpurstrahlen schießen . . leise sink ich . .

süß umfängt mich müder Laut von Geigen . .

schwingt· sinkt· gleitende Paläste

funkeln fern. Licht stürzt

über mich. Weit· grün

schwebt ein Glänzen . .



(* 11.08.1883, † 30.10.1914)




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