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Soldatenlied


Wir lernten in der Schlacht zu stehn

bei Sturm und Höllenglut.

Wir lernten in den Tod zu gehn,

nicht achtend unser Blut.

Und wenn sich einst die Waffe kehrt

auf die, die uns den Kampf gelehrt,

sie werden uns nicht feige sehn.

Ihr Unterricht war gut.

 

Wir töten, wie man uns befahl,

mit Blei und Dynamit,

für Vaterland und Kapital,

für Kaiser und Profit.

Doch wenn erfüllt die Tage sind,

dann stehn wir auf für Weib und Kind

und kämpfen, bis durch Dunst und Qual

die lichte Sonne sieht.

 

Soldaten! Ruft′s von Front zu Front:

Es ruhe das Gewehr!

Wer für die Reichen bluten konnt,

kann für die Seinen mehr.

Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!

Vergeßt den Freund im Feinde nicht!

In Flammen ruft der Horizont

nach Hause jedes Heer.

 

Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,

daß ferner Friede sei!

Nie wieder reiß das Völkerband

in rohem Krieg entzwei.

Sieg allen in der Heimatschlacht!

Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,

und alle Welt ist Vaterland,

und alle Welt ist frei!



(* 06.04.1878, † 10.07.1934)




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