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Da ich nun entsagen müssen

Allen, was mein Herz erbeten,

Laß mich diese Stelle küssen,

Die dein schöner Fuß betreten.

 

Darf ich auch als Ritter nimmer

Dir beglückt zur Seite schreiten,

Laß mich doch als Pagen immer

In die Messe dich begleiten.

 

Will ja treu sein und verschwiegen,

Tags dem kleinsten Winke lauschen,

Nachts auf deiner Schwelle liegen,

Mag auch Sturm und Hagel rauschen.

 

Will dir stets mit sitt′gem Grüßen

Morgens frische Rosen bringen,

Will des Abends, dir zu Füßen,

Lieder zur Giarre singen.

 

Will den weißen Renner zäumen,

Wenn′s dich lüstet, frisch zu jagen,

Will dir in des Waldes Räumen

Dienend Speer und Falken ragen;

 

Will auf deinen Liebeswegen

Selbst den Fackelträger machen,

Und am Tor mit blankem Degen,

Wenn du andre küsset, wachen.

 

Und das alles ohne Klage,

Ohne Flehn, nicht laut noch leise,

Wenn mir nach vollbrachtem Tage

Nur ein Lächeln wird zum Preise,

 

Wenn gleich einem Segensterne,

Der mein ganzes Wesen lenket,

Nur dein Aug aus weiter Ferne

Einen einz′gen Strahl mir schenket.



(* 17.10.1815, † 06.04.1884)




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