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Der Hagel


Kommt Mädchen, laßt uns eilig

Die schönen Perlen sammeln,

Die uns der gute Himmel

Mit vollen Händen zuwirft!

Dann wollen wir in Schnüre

Sie fassen, und am Halse

Und zwischen unsern Locken

Sie tragen, wie die Töchter

Der Reichen, die von nun an

So stolz nicht und verächtlich

Auf uns herabsehn werden.

Seht wie sie groß und rund sind

Und klar, als wären wirklich

Sie alle von Krystalle!

Die Schloßen

Nicht um euch zu bereichern,

Ließ uns vor euch der Himmel

In solcher Menge fallen.

Ihr sollet euch ergötzen

An unsrer Form und Klarheit.

Wünscht und erfleht vom Himmel,

O Mädchen, nichts als was euch

Zum Leben unentbehrlich

Ist: Speise, Trank und Kleidung

Und eine Hütte, die euch

Vor Wind und Regen schütze.

Denn Reichthum, liebe Mädchen,

Verhärtet nur die Herzen,

Erzeuget Neid und Hochmuth.

Seht, wir vergehen alle

In euern jungen Händen.

So kommen und verschwinden

Die Schätze bei den Menschen;

Man kann auf sie nicht rechnen,

Wir aber, holde Mädchen,

Verwandeln uns in Wasser,

So klar und rein, daß keines

Von allen euern Quellen

Es jemals wagt, mit uns sich

An Reinheit zu vergleichen.



(* 05.07.1808, † 19.11.1825)




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