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Sonett an die Wissenschaft


O Wissenschaft! Du Sproß der Greisin Zeit,

Vor dessen Späherblick nichts sicher ist!

Du Geier, fluglahm vor der Wirklichkeit,

Was spürst du nach dem Dichter so voll List?

Wie sollte er - wenn schon du weise bist -

Dich lieben, die ihm seine Wanderung,

Mit der er Sternengegenden durchmißt,

Mißgönnt und seinen adlergleichen Schwung?

 

Vertriebst du nicht die Götterliebespaare?

Aus Fluß und Hain die Nymphen und Najaden,

Daß sie sich flüchteten ins Unsichtbare?

 

Verscheuchtest du nicht von den Wiesenpfaden

Die Elfen - und von mir den Sommertraum

Des Mittags unterm Tamarindenbaum?



(* 19.01.1809, † 07.10.1849)




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