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Ein Traum


Oft fand ich mein entschwundnes Glück

In einem nächtlichen Gesicht,

Doch ließ mich hoffnungslos zurück

Ein wacher Traum im Tageslicht.

 

Ach, was ist nicht ein solcher Traum

Für ihn, der mitten in der Flucht

Der Dinge über Zeit und Raum

Der Seele einen Stützpunkt sucht!

 

O dieser Traum - dieweil in Qual

Und Wirrnis um mich lag die Welt -

Hat wie ein Schutzgeist manches Mal

Sich zu mir Einsamen gesellt.

 

Was durch der Täuschung Dämmerlicht

So tröstend schimmerte von fern -

War es dem Herzen teurer nicht,

Als selbst der Wahrheit Tagesstern?



(* 19.01.1809, † 07.10.1849)




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