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Der See


In meinen jungen Jahren trieb

Mich Sehnsucht oft an einen Ort,

Der mich gebannt hielt wie ein Hort.

So war die Einsamkeit mir lieb

Von einem See, um dessen Rand

Ein schwarzes Felsgemäuer stand.

 

Doch wenn die Nacht ihr Bahrtuch warf

Auf diese Stelle und auf mich,

Und mystisch durch die Wellen strich

Der Wind, bald klagend und bald scharf,

Dann - ja - erschreckte mich oft jäh

Die Einsamkeit am dunklen See.

 

Doch dieser Schrecken war nicht Grau′n;

Nein, eine Lust, die Schauer barg,

So zitternd und dämonisch stark,

Wie sie in unterirdischen Gau′n

Der spüren mag, der einen Schein

Erhascht von flimmerndem Gestein.

 

Tod war um jenen giftigen Strand -

Und in der Flut ein Grab für ihn,

Der dort für seine Phantasien

Besänftigende Tröstung fand

Und den sein Träumen wandeln hieß

Das finstre Reich zum Paradies.



(* 19.01.1809, † 07.10.1849)




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