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Das ruhlose Tal


Einst lächelte ein friedliches Tal,

Aus welchem die Leute allzumal

Gezogen waren in stürmische Fernen,

Nachdem sie zu den gütigen Sternen

Gefleht, von ihren azurnen Türmen

Die Blumen im Tal zu pflegen und schirmen,

In deren Mitte den ganzen Tag

Das rote Sonnenlicht träge lag.

 

Jetzt raschelt es durch diesen Ort

Ruhlos, rastlos in einem fort.

Alles zittert und schauert -, bloß

Die Lüfte sind ganz bewegungslos.

Ach, von keinem Winde geschaukelt,

Nicht vom leisesten Zephyr umgaukelt,

Zucken die Bäume gleich den Fjorden

Im umnebelten, felsigen Norden.

Ach, von keinem Winde getrieben,

Jagen die Wolken und zerstieben

Über den Veilchen, die dort liegen,

Über den Lilien, die sich dort wiegen,

Die sich wiegen und neigen und schauern,

Über mystischen Gräbern trauern.

Sie schauern: ihre duftenden Seelen

Zittern in immerwährendem Leide.

Sie weinen: auf ihrem weißen Kleide

Schimmern die Tränen wie Juwelen.



(* 19.01.1809, † 07.10.1849)




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