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Einen Sommer lang


Zwischen Roggenfeld und Hecken

Führt ein schmaler Gang;

Süßes, seliges Verstecken

Einen Sommer lang.

 

Wenn wir uns von ferne sehen,

Zögert sie den Schritt,

Rupft ein Hälmchen sich im Gehen,

Nimmt ein Blättchen mit.

 

Hat mit Ähren sich das Mieder

Unschuldig geschmückt,

Sich den Hut verlegen nieder

In die Stirn gerückt.

 

Finster kommt sie langsam näher,

Färbt sich rot wie Mohn;

Doch ich bin feiner Späher,

Kenn die Schelmin schon.

 

Noch ein Blick in Weg und Weite,

Ruhig liegt die Welt,

Und es hat an ihre Seite

Mich der Sturm gesellt.

 

Zwischen Roggenfeld und Hecken

Führt ein schmaler Gang;

Süßes, seliges Verstecken

Einen Sommer lang.



(* 03.06.1844, † 22.07.1909)




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