Blühe, liebes Veilchen,

Das ich selbst erzog,

Blühe noch ein Weilchen,

Werde schöner noch!

Weißt du was ich denke?

Lotten zum Geschenke

Pflück ich nächstens dich.

Blümchen, freue dich!

 

Lotte, mußt du wissen,

Ist mein liebes Kind!

Sollt′ ich Lotte missen,

Weinte ich mich blind!

Lotte hat vor allen

Kindern mir gefallen,

Die ich je gesehen,

Das muß ich gestehen.

 

Solch ein schmuckes Mädchen

Gibt es weiter nicht!

Zwar hat Nachbars Gretchen

Auch ein hübsch Gesicht!

Doch muß ich′s nur sagen,

Würde man mich fragen:

Möcht`st du Gretchen frein?

Sicher sag ich: Nein!


Das Gedicht "Blühe, liebes Veilchen" stammt von   (1755 - 1821).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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