Du blaue Ferne, die mir lieblich winket,
Was birgst Du wohl in Deinen Nebelduft?
Ist′s ein Phantom, was mir entzückend blinket
Als Stern der Ahndung dort in fremder Luft?
Was ist′s, das mächtig mich in′s Weite ruft,
Wenn still verlöscht die Abendsonne sinket?
Und wenn der Trennung unermessne Kluft
Den trüben Sinn in Grabestiefen winket?
Es ist der Hoffnung wunderbares Wehen
Das weit entlegne Länder mir verklärt,
Und goldnen Schimmer webt um ferne Höhen.
Die Gegenwart ist keines Blickes werth -
Nur eine bessre Zukunft zu erspähen,
Möcht′ ich heran genaht die Ferne sehen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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