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Sicherheit in Beschränkung


In des Baches reinen, hellen,

Leise nur bewegten Wellen,

Schlüpft das Fischlein froh dahin.

Und die klaren Fluthen geben

Seinem stillen, stummen Leben

Nahrung und Vergnügen hin.

 

Sorgenlos und leicht und heiter

Schwimmt es mit dem Bächlein weiter,

Bis in′s weite offne Meer

Sich der Wellen Lauf ergiesset -

Ach die fremde Bahn erschliesset

Ihm der Sorgen dunkles Heer.

 

Furchtbar drohende Gestalten,

Die in feuchter Tiefe walten,

Winden schreckend sich heran.

Und der Tod, mit bangem Schauer

Steht, so dünkt ihm, auf der Lauer,

Will ihm hundertfältig nahn.

 

Aber ach, ihm zu entfliehen,

Wehrt das Schicksal nun, es ziehen

Leise Mächte es dahin.

Und des Meeres wilde Wogen

Haben rauschend es betrogen

Um den sichern, heitern Sinn.

 

So vertauscht des Landes stilles Leben

Mancher mit der Städte lautem Streben,

Und gesellt sich finstern Sorgen zu.

Nur die Abgeschiedenheit gewähret Frieden,

Der Beschränkung nur ist Sicherheit beschieden,

Und der Stille nur entkeimt die Ruh.



(* 06.12.1777, † 27.07.1849)




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