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Furcht und Glaube


Wenn zwischen uns sich weite Fernen dehnen,

Kein milder Strahl des Wiedersehens glimmt,

Und in des Busens tief verschlossnem Sehnen

Mein Herz der Hoffnung Stimme nicht vernimmt;

Dann hüllt die Furcht, die leis′ in mir erwacht,

Die ganze Welt mir in der Schwermuth Nacht.

 

Doch, wenn ich still mein liebend Herz befrage,

Dann flieht der Zweifel, ob Du mein gedenkst.

Wie Geisterhauch umweht mich Deine Klage

In Seufzern, die Du meinem Schicksal schenkst,

Und schnell verscheucht mein Glaube, ohne Wanken,

Des Argwohns bange, zagende Gedanken.



(* 06.12.1777, † 27.07.1849)




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