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Frühling ohne Wiederkehr


Lieblich ist des Lenzes erstes Lächeln,

Wenn in Blütenbäumen laue Luft sich wieget,

Und des Baches eisbefreite Welle

Nicht mehr stockend, durch die Fluren rinnt.

 

Dann ermuntern sich zu neuem Leben

Die verblichnen Wiesen aus dem Winterschlafe,

Und das Gras wacht auf, und decket träumend

Wiederum den Schoß der Mutter Erde.

 

Und die Blumen öffnen ihre Kelche -

Alle die im späten Herbste starben

Richten sich aus ihrem dunklen Grabe

Neu empor im Glanz der Auferstehung.

 

O Natur - wie milde gibst Du wieder

Was Dein feierlicher Gang zertöret.

Fest im stillen, ewig gleichen Kreislauf,

Folgt auf Deinen Ernst ein mildes Lächeln.

 

Nicht Vernichtung, nur ein leiser Schlummer

Hält des Frühlings holde Lust gefangen;

Bald, bekränzt mit Veilchen, kehrt er wieder

Süß umhallt von Nachtigallentönen.

 

Doch wann kehrt der Liebe Frühling wieder?

Ach, verscheucht hat ihn die Nacht der Trennung

Und der Winterschauer einer ew′gen Ferne

Tötet rauh das zarte Grün der Hoffnung.

 

Des Beisammenlebens Stundenblumen

Starben hin im Seufzerhauch des Abschieds.

Kummervoll benetzt von heissen Tränen,

Sind der Freude Rosen längst verblichen.

 

Keine Sonne wird sie neu erwecken -

Keines Wiedersehens goldner Schimmer

Winkt des Glückes lichterfüllte Tage

Aus dem Grabe der Vergangenheit hervor.

 

Traurig zieht der Jahreszeiten Wechsel

Meinem still umwölkten Blick vorüber.

Ach es folgt der Frühling auf den Winter,

Aber nimmer kehrt der Liebe Frühling wieder!



(* 06.12.1777, † 27.07.1849)




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