Es jagen die Stürme

Am herbstlichen Himmel

Die fliehenden Wolken;

Es wehen die Blätter

Des Haines hernieder,

Es hüllt sich in Nebel

Das ferne Gebirg. -

 

O jaget, Ihr Wolken,

In stürmender Eile.

Ihr ziehet nach Süden,

Wo freundlich die Sonne

Den wehenden Schleier

Euch liebevoll schmücket

Mit goldenem Saum.

 

Mich trieben die Stürme

Des Schicksals nach Norden

Dort mangelt mir ewig

Die Sonne der Freude,

Und nimmer verkläret

Ihr Lächeln die Wolken

Des düsteren Sinnes.

 

Und darum geleit′ ich

Mit Seufzern der Sehnsucht

Euch, luftige Bilder

Der wechselnden Laune

Des ewigen Himmels,

Und flüchtete gerne

Nach Süden mit Euch.


Das Gedicht "An die Wolken" stammt von (* 1777-12-06, † 1849-07-27).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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