Nach oben

Der Duft


Hast du, mein Leser, je nach Schwelgerart

Inbrünstiglich und langsam eingesogen

Den Weihrauchduft im dunkeln Kirchenbogen,

Den Moschushauch, den treu ein Kissen wahrt?

 

O zaubrisch tiefer Reiz, in dessen Wogen

Vergangenheit und Gegenwart sich paart,

Wie wenn der Freund Erinnrungsblüten zart

Um der Geliebten schlanken Leib gezogen.

 

Denn ihrem schweren Haar, das knisternd flammt,

Schwellendes Kissen mir und Weihrauchschale,

Entströmt der wilde Hauch, der brünstig fahle,

 

Aus ihrer Kleider Musselin und Samt,

Durchtränkt von ihrer Jugend, Düfte steigen,

Wie sie dem Fell der jungen Tiere eigen.



(* 09.04.1821, † 31.08.1867)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

  • Noch kein Kommetar vorhanden!