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Gegen Amor


Der kleine Wüterich mag mit den Pfeilen spielen

und tändeln, wie er will: er gewinnet mir nichts ab,

weil gegen seine Pfeil ein Demant Herz ich hab.

Er machet mich nicht wund, ich darf nit Schmerzen fühlen.

 

Er mag mit tausend List auf meine Freyheit zielen.

Ihm ich, dem blinden Kind, ein Zucker-Zeltlein gab:

er meint′, es wär mein Herz. O leicht-geteuschter Knab!

Ich will mein Mütlein noch an deiner Einfalt kühlen.

 

Schau, wie gefällt dir das! trotz, spräng mir diesen Stein

mit deinem goldnen Pfeil. Der Lorbeer soll mich zieren,

nicht deine Dornen-Ros′ und Myrten-Sträuchelein.

 

Du meinst es sey nur Scherz, ich wolle mich vexiren.

Nein! nein! die süße Ruh soll mir das Liebste seyn,

mein tapfres Herz soll nichts als Ruh und Freyheit spüren.



(* 07.09.1633, † 10.04.1694)




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