Der kleine Wüterich mag mit den Pfeilen spielen

und tändeln, wie er will: er gewinnet mir nichts ab,

weil gegen seine Pfeil ein Demant Herz ich hab.

Er machet mich nicht wund, ich darf nit Schmerzen fühlen.

 

Er mag mit tausend List auf meine Freyheit zielen.

Ihm ich, dem blinden Kind, ein Zucker-Zeltlein gab:

er meint′, es wär mein Herz. O leicht-geteuschter Knab!

Ich will mein Mütlein noch an deiner Einfalt kühlen.

 

Schau, wie gefällt dir das! trotz, spräng mir diesen Stein

mit deinem goldnen Pfeil. Der Lorbeer soll mich zieren,

nicht deine Dornen-Ros′ und Myrten-Sträuchelein.

 

Du meinst es sey nur Scherz, ich wolle mich vexiren.

Nein! nein! die süße Ruh soll mir das Liebste seyn,

mein tapfres Herz soll nichts als Ruh und Freyheit spüren.


Das Gedicht "Gegen Amor" stammt von   (1633 - 1694).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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